Die Geschichte des Art Déco ist auch die Geschichte der modernen Inneneinrichtung, Möbel spielen dabei eine zentrale Rolle. Der Name „Art Déco“ steht eigentlich als Abkürzung für die berühmte „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“, die 1925 in Paris stattfand. Viele der dort präsentierten Möbelstücke wurden bereits damals von namhaften Museen angekauft, andere befinden sich bis heute weltweit in Privatsammlungen. Paris darf daher auch als Hauptstadt des Art Déco Stils gelten, war es doch zwischen 1920 und 1930 das unbestrittene Zentrum der Möbelproduktion. Frankreich kommt daher aufgrund dieser Umstände ganz klar eine Führungsrolle in der Etablierung dieses Stils zu.

Bei Art Déco handelt es sich um eine richtungsweisende Stilepoche und prägenden Bestandteil einer generellen Aufbruchsbewegung in der Moderne. Da Art Déco zur Zeit seiner Entstehung von vielen als Höhepunkt des französischen Möbelbaues angesehen wurde, und derart als eine bewusste Fortführung der französischen Tradition, erscheint es nur schlüssig genau in diesem historischen Feld nach Einflüssen des Stils zu suchen. Hier kamen die wesentlichen Inspirationen vor allem aus dem französischen Ancien Régime, der Tischlerkunst des 18. und frühen 19. Jahrhunderts und den Möbelformen des Luis-seize. Im Allgemeinen gilt der 1. Weltkrieg als grobe Trennlinie zwischen Jugendstil und Art Déco.

Berücksichtigt man die Vorläufer und Ausnahmen, lässt sich der Art Déco Stil vereinzelt jedoch bereits vor den 1920er Jahre finden. Noch in den 1920er und 1930er Jahren war die Bezeichnung „Art Déco“ aber noch nicht geläufig, diese entstammt erst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als der Stil in den 1960ern zu neuer Wertschätzung gelangte. Einsetzend mit den 1960er Jahren entstand eine breitere Debatte über den Stil und seine verschiedenen Erscheinungsweisen, spätestens aber seit den 1980er Jahren erfahren gerade Art Déco Möbel einen kometenhaften Aufstieg am Kunstmarkt. Gerade auch für Sammlerinnen und Sammler haben die Möbelstücke hier aufgrund ihrer zeitlosen und unkomplizierten Eleganz einen besonderen Reiz. Heute erscheint der Art Déco als wichtiger Bestandteil einer Designgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Stilmerkmale des Art Déco

Oft herrscht gerade bei Laien Verwirrung bezüglich formaler Bestimmungen dieses Stils. Art Déco lässt sich als sehr eleganter, anspruchsvoller und vitaler Stil charakterisieren, seine Formen sind geometrisch stilisiert und besitzen meist eine lineare Klarheit der Konturen. Ausgewogene Proportionen werden dabei im gleichen Moment durch Funktionalismus ergänzt. Als direkte Vorläufer und Kontrastpunkte sind hier vor allem die Entwürfe von Koloman Moser und Adolf Loos zu nennen. Entgegen dessen Polemik bezüglich jeder Form von Ornament ist der schmückende Dekor im Art Déco nicht gänzlich verschwunden. Dieser gliedert sich stattdessen stets harmonisch in die Grundform des jeweiligen Objektes ein und unterscheidet sich so wesentlich von der künstlerischen Produktion des Jugendstils, der für seine verspielten Asymmetrien und florale Ornamentik geschätzt wird. Art Déco definiert sich im Gegensatz dazu über eine Reduktion der Formen und nimmt gleichzeitig Anleihen an klassischen Elementen.

Oft wurden im Art Déco exotische Hölzer verarbeitet deren polierte schwarze Oberflächen ein klassisches Stilkriterium darstellen und den Möbelstücken eine besondere Eleganz verleihen. Palmholz und vor allem Ebenholz, ein Material für das die französischen Herrscher seit jeher eine Vorliebe hatten, waren hier die bevorzugten Holzarten. Zur Möbelherstellung wurden traditionsgemäß massive Bestandteile verwendet.

Die Zeit des Art Déco lässt sich allgemein in zwei, ineinander übergehende Entwicklungsphasen gliedern. In den 1920er Jahren steht bei der Produktion der Objekte eindeutig noch der Funktionalismus im Vordergrund: Form follows function. Anders in den 1930er Jahren: Hier wandelt sich der Stil und wird wesentlich abstrakter und kompakter. Einfache geometrische Formen dominieren, oft entsteht dadurch eine charakteristische Stromlinienförmigkeit und die Kleinteiligkeit der Werke wird zurückgedrängt. Die späten Formen des Stils werden strenger und monumentaler (speziell auch in England und Amerika). Sachlichkeit und Vereinfachung dominieren nun den Gesamteindruck.

Art Déco und die Moderne

Eleganz und exklusiver Anspruch des Art Déco bedeutete im selben Atemzug einen begrenzten Kundenstamm sowie ausgewählte Stückzahlen. In den 20er Jahren war es vor allem auch der Architekt Le Corbusier neben anderen Modernisten, der den Stil deshalb kritisierte. Das Gegenargument der Modernen war die eher bedürfnisorientierte Massenproduktion. In der Zeit nach dem Art Déco dominierten vor allem Stahlrohrmöbel und Glas, die in hohen Auflagen maschinell gefertigt werden konnten und den Markt der breiten Masse eher imstande waren zu bedienen. Den Art Deco umgibt dagegen seit seiner Entstehung eine Aura des Mondänen. Er ist schick, exklusiv, aber gleichzeitig futuristisch und modern. Extravaganz, die vor allem zu Beginn in fester Hand der Reichen und Adeligen war. Die Zeit der „Roaring Twenties“ war von vielen gesellschaftlichen Veränderungen geprägt: Geschwindigkeit und Technik wurden immer wichtiger, der Tanz wurde zum Massenphänomen, ebenso wie der Hang zu Exotik (Stichwort Ägyptomanie) und die Entwicklung einer expandierenden Bar- und Cocktailkultur. All diese Thematiken finden sich schlussendlich in formaler und thematischer Art und Weise auch in den zeitgenössischen Möbelstücken widergespiegelt.

Unsere beiden exquisiten Clubsessel stammen aus der Zeit des französischen Art Déco der späten 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und spiegeln den mondänen Lebensstil der Zeit wider. Das Wiener Traditionsunternehmen Backhausen, das als österreichisches Familienunternehmen bereits seit 165 Jahren im Bereich der Webkunst aktiv ist, hat unsere Stühle exklusiv mit einem hochwertigen Stoffbezug versehen. Der schwarz-weiße „Hahnentritt“ Dekor der tulpenförmig gefächerten Rückenlehnen geht im Zusammenspiel mit dem dunkel lackierten Vollholz der Stühle eine besonders harmonische Verbindung ein und bringt die formschön geschwungenen und klaren Konturen der Clubsessel noch gekonnter zur Geltung. Die Eleganz der Formgebung ist ein klassisches Designmerkmale des Art Déco.

Eleganz und Bequemlichkeit schließen sich nicht länger aus und werden hier vollendet zusammengeführt. Unsere beiden Art Déco Clubsessel sind entwicklungsgeschichtlich aus jener Zeit, in der bereits die kompakten und geometrisierten Formen der 1930er Jahre zukunftsweisend für den Stil wurden. In dieser Zeit mussten sich die Lack- und Holzarbeiten des Art Déco bereits gegen die beginnende Massenproduktion der Moderne behaupten. Die Betonung liegt auch hier auf klaren Linien, funktionalem Design und einer reduzierten und zurückgenommenen Ästhetik die der Bequemlichkeit des Nutzers keinen Abbruch tut.